Katholische Kirchengemeinde

St. Cosmas und Damian, Groß Düngen
mit St. Bernward, Klein Düngen

bildet eine Seelsorgeeinheit mit: Hockeln, St. Johannes Evanglist

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Gemeinde (www.cosmasunddamian.de)

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Kirchen / Gottesdienste

Adressen der Kirchen:

  • St. Cosmas und Damian; Hildesheimer Straße 25; 31162 Bad Salzdetfurth - Groß Düngen
  • St. Bernward; Kreuzstraße 11; 31162 Bad Salzdetfurth - Klein Düngen
Kirche St. Cosmas und Damian, Groß Düngen
Groß Düngen

Kirche St. Bernward, Klein Düngen
Klein Düngen

Regelmäßige Gottesdienste:
dienstags: 18:00 Uhr Hl.Messe in Groß Düngen
mittwochs: 08:00 Uhr Hl.Messe in Klein Düngen
freitags: 18:00 Uhr Hl.Messe in Groß Düngen
samstags: 18:00 Uhr Hl.Messe in Groß Düngen (außer 1. Samstag im Monat)
sonntags: 10:30 Uhr Hl.Messe in Groß Düngen

Hauptamtliche
Pfarrer: Heinrich - Josef Möller; Bergstraße 7; 31162 Bad Salzdetfurth - Groß Düngen
Tel: (05064) 370; Fax: (05064) 951 736

Pfarrbüro
Adresse: Bergstraße 7; 31162 Bad Salzdetfurth - Groß Düngen
Tel: (05064) 370; Fax: (05064) 951 736
eMail: pg-duengen@gmx.de

Sekretärin: Frau Hannich
Öffnungszeiten:
dienstags:
donnerstags:
freitags:

10:00 Uhr - 12:00 Uhr
16:00 Uhr - 18:00 Uhr
09:00 Uhr - 12:00 Uhr

Geschichte der Pfarrgemeinde

St. Cosmas und Damian, Groß Düngen
Die Siedlung “Dunghem” wird im “Totenverzeichnis” des Hildesheimer Domes von 1085 genannt. Erneut wird sie in der Gründungsurkunde des Godehardiklosters von 1146 erwähnt. Während des Mittelalters werden in Groß Düngen außer den Hildesheimer Bischöfen die Grafen von Wohldenberg als Grundherren nachweisbar. Der Grundbesitz des Bischofs und der Grafen wurde jedoch im 13.-14. Jahrhundert an Klöster und Stifte verkauft. So gelangten u. a. das Kloster Wöltingerode, das Magdalenenkloster, das Mauritiusstift und das Godehardikloster an diesen Grundbesitz. Anfang des 13. Jahrhunderts wird das Rittergeschlecht von Düngen genannt, das seinen Stammhof im Ort hatte. Der Bau des Gotteshauses in Groß Düngen könnte somit durch das Rittergeschlecht, die Grafen von Wohldenberg oder durch eines der Stifte und Klöster gefördert worden sein. Da jedoch der Hildesheimer Bischof noch im 16. Jahrhundert als Patron der Kirche bezeichnet wird, scheint der Kirchenbau auch hier vom geistlichen Oberhirten des Bistums ausgegangen zu sein. Der exakte Zeitpunkt des Baues der St. Kosmas und Damian-Kirche im Archidiakonat Detfurth läßt sich nicht bestimmen. Die Nennung des Pfarrers im Jahr 1207 weist auf einen Bau Ende des 12. bzw. Anfang des 13. Jahrhunderts hin. Die Verbindung des Wohldenberger Grafenhauses zur Pfarrkirche wird nicht ausgeschlossen, da im Jahre 1308 der Pfarrer an St. Kosmas und Damian auch Kaplan auf dem Wohldenberg war.
Im Amt Marienburg verblieb Groß Düngen nach der Stiftsfehde durch den Quedlinburger Rezeß von 1523 im Kleinen Stift und somit unter der Regierungsaufsicht des Hildesheimer Bischofs. Nach Aussagen des Pfarrers Ludowikus Tilmann im Visitationsprotokoll von 1608 war Groß Düngen nicht reformiert worden, da alle Pfarrkinder bis auf zwei kath. Glaubens waren. Im Gegensatz zu anderen bischöflichen Ämtern war der Amtmann auf der Marienburg in dieser Zeit überzeugter Lutheraner, der sich auch nicht scheute, seine Glaubensüberzeugung zu fördern, indem er bischöfliche Erlasse nicht zur Ausführung brachte und Anhänger der Reformation aus kath. Ortschaften an ev. Pfarreien zum Sakramentenempfang verwies. Auch dies hatte der Pfarrer 1608 zu Protokoll gegeben.
Da Groß Düngen an der alten Heeresstraße lag, wurde es während des 30jährigen Krieges des öfteren ausgeplündert und gebrandschatzt. Die Pfarrkirche wurde dabei nicht verschont, so daß sie nach 1648 erneuert werden mußte. Im Jahre 1661 wurde die restaurierte Pfarrkirche durch Weihbischof Adamus Adami “zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria und der Märtyrer Kosmas und Damian” geweiht. Nachdem die Pfarrei das sog. “Hilgenholz” an das Amt Marienburg verpachtet hatte, das dort einen Ziegeleibetrieb errichtete, war sie dadurch an die finanziellen Mittel gelangt, die zum Bau eines neuen Gotteshauses erforderlich waren. Im Jahre 1733 erteilte das Domkapitel die Genehmigung zum Neubau. Mit zwei Altären wurde er am 28. August 1746 eingeweiht. Der spätere Hildesheimer Bischof Eduard Jakob Wedekin wurde am 30. Dezember 1796 in Groß Düngen geboren.
Aufgrund der Errichtung einer Zuckerfabrik wurde Groß Düngen 1875 an das Bahnnetz angeschlossen. Der Zuckerrübenanbau führte auch zur Gründung einer Molkerei 1887. Während dieser landwirtschaftlich geprägten Entwicklung der Gemeinde stieg von 1885-1895 die Einwohnerzahl von 558 auf 594 an. Konfessionell waren noch Ende des 19. Jahrhunderts 90% der Gemeindemitglieder katholisch.
Von 1874-1884 durfte die Pfarrstelle nicht besetzt werden. Auch war ihr Vermögen vom Staat konfisziert worden. Erst im Jahre 1884 konnte wieder ein Pfarrverwalter eingesetzt werden, der zwei Jahre später den Titel eines Pfarrers von Groß Düngen erhielt.
Wie Bischof Wedekin oder Dechant Christoph Aue war auch Pfarrer Joseph Müller eng mit der Pfarrei St. Kosmas und Damian verbunden. Pfarrer Müller, der sich seit 1943 dort besonders der Jugendseelsorge gewidmet hatte, wurde 1944 von der Gestapo verhaftet und noch im selben Jahr in Berlin-Moabit hingerichtet. Ein Ehrenmal in der Pfarrkirche erinnert an den Tod des Groß Düngener Pfarrers.
Aus dem Flüchtlingslager Bockenem gelangten 1946 zunächst 132 Heimatvertriebene und Flüchtlinge nach Groß Düngen. Ihre Anzahl stieg auf 232 Personen an, da laut Kreisverwaltung das Aufnahmesoll der Gemeinden auf 120% der Einwohner von 1939 festgesetzt worden war. Dadurch vergrößerte sich auch die kath. Pfarrei St. Kosmas und Damian, die in Groß Düngen, Klein Düngen und Heinde ca. 1200 kath. Christen zu betreuen hatte.
Trotz vieler Abwanderungen von Familien in den 50er Jahren in die Industriezentren des Westens war die Erschließung von Bauland notwendig geworden, das 1954 auch die kath. Pfarrei zur Verfügung stellte. Siedlungskomplexe entstanden, in denen überwiegend Flüchtlingsfamilien wohnten. Ein Rechtsstreit zwischen der Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde wurde 1954 zugunsten der Pfarrei entschieden. Danach wurde die politische Gemeinde zur Unterhaltung der Pfarr- und Küstergebäude verpflichtet.

St. Bernward, Klein Düngen
Zwischen Groß- und Klein Düngen wird zunächst in mittelalterlichen Urkunden nicht unterschieden. Sprachlich differenziert wird zwischen beiden Siedlungen erst im 14. Jahrhundert, als “lutteken Düngen” 1368 erwähnt wird. Da es gesichert ist, daß sich in Klein Düngen eine Mühle befand, weisen alle die Mühle betreffenden urkundlichen Handlungen folglich auf Klein Düngen hin. Die Mühle wurde im Jahre 1307 vom Domherrn Ludolf von Wohldenberg an das Magdalenenkloster in Hildesheim übertragen, das sie 1608 an das Domkapitel verkaufte. Während sich ein Gotteshauses in Klein Düngen im Mittelalter urkundlich nicht nachweisen läßt, weist jedoch das Fundament der heutigen Kirche auf einen Bau aus dem 13. Jahrhundert hin. Kirchlich gehörte das Gotteshaus zum Archidiakonat Detfurth. Da kein Geistlicher in Klein Düngen ansässig war, wurde die Siedlung durch den Pfarrer an St. Gallus in Detfurth betreut. Neben dem Detfurther Archidiakon könnte auch die Familie von Wohldenberg den Bau der Kirche gefördert haben. Jedoch auch eine Förderung durch das Magdalenenkloster wird wegen des Patroziniums “Mariä Heimsuchung” seit Anfang des 14. Jahrhunderts denkbar. Das Marienpatrozinium wurde zwischen 1910-1914 zugunsten des Hl. Bernwards nachgestellt.
Durch die Zusammenlegung der Banne Detfurth mit Alfeld hatte die Taufkirche St. Gallus ihre Sonderstellung als Archidiakonatskirche verloren; die “Pfarrechte” über die “Kapellengemeinde” in Klein Düngen blieben aber bestehen. Da somit zwischen Klein Düngen und der Pfarrei Detfurth kirchlich eine enge Verbindung bestand, verlief auch die geschichtliche Entwicklung parallel - d. h. auch in Klein Düngen konnte die Reformation nicht eingeführt werden. Der Schmalkaldische- und der 30jährige Krieg hatten auch Auswirkungen auf Klein Düngen. Die Siedlung wurde gebrandschatzt und ausgeplündert, die Marienkapelle beschädigt. Die Jahreszahlen 1613 und 1701 - letztere wird auf einem Wappenschild mit Salzhaken am Gotteshaus genannt - steht für den Zeitpunkt der Renovation bzw. eines Neubaus der Kirche. Obwohl Klein- und Groß Düngen wirtschaftlich vom Anschluß an das Eisenbahnnetz 1875-1900 profitierten, ist in Klein Düngen nur ein minimaler Anstieg der Bevölkerung von 1871-1905 von 151 auf 166 Einwohner zu verzeichnen. Das Dorf blieb landwirtschaftlich orientiert (Haferanbau). Nur wenige Tagelöhner aus der Kaliindustrie in Salzdetfurth oder aus der Hildesheimer Industrie ließen sich in Klein Düngen nieder.
Durch die Bildung eines Kapellenvorstandes hatte sich in Klein Düngen ein Gremium entwickeln können, das die Interessen von St. Bernward wahrnahm. Aufgrund der räumlichen Nähe und des wirtschaftlichen und politischen Zusammenschlusses von Groß und Klein Düngen, wurde St. Bernward mit bischöflicher Urkunde vom 1. April 1940 in die Pfarrei St. Kosmas und Damian nach Groß Düngen umgepfarrt.
Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen nach 1945 vergrößerte sich die Gemeinde Klein Düngen um 166 Einwohner, die überwiegend der kath. Kirche angehörten. Politisch folgte zunächst 1966 die Bildung einer Samtgemeinde Groß Düngen, deren Mitglied auch Klein Düngen wurde. Während die Samtgemeinde Groß Düngen 1974 nach der Kreis- und Gebietsreform aufgelöst wurde, kam es zur Bildung der Einheitsgemeinde Bad Salzdetfurth.