Katholische Kirchengemeinde
St. Cosmas und Damian, Groß Düngen
mit St. Bernward, Klein Düngen
bildet eine Seelsorgeeinheit mit: Hockeln, St. Johannes Evanglist
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Adressen der Kirchen: |
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Groß Düngen
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| Regelmäßige Gottesdienste: |
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| Pfarrer: |
Heinrich - Josef Möller; Bergstraße 7; 31162 Bad Salzdetfurth - Groß Düngen
Tel: (05064) 370; Fax: (05064) 951 736
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| Adresse: |
Bergstraße 7; 31162 Bad Salzdetfurth - Groß Düngen
Tel: (05064) 370; Fax: (05064) 951 736 eMail: pg-duengen@gmx.de
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| Sekretärin: | Frau Hannich | ||||||||||
| Öffnungszeiten: |
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St. Cosmas und Damian, Groß Düngen
Die Siedlung “Dunghem” wird im “Totenverzeichnis” des Hildesheimer Domes von 1085 genannt. Erneut wird sie in der
Gründungsurkunde des Godehardiklosters von 1146 erwähnt. Während des Mittelalters werden in Groß
Düngen außer den Hildesheimer Bischöfen die Grafen von Wohldenberg als Grundherren nachweisbar. Der
Grundbesitz des Bischofs und der Grafen wurde jedoch im 13.-14. Jahrhundert an Klöster und Stifte verkauft. So
gelangten u. a. das Kloster Wöltingerode, das Magdalenenkloster, das Mauritiusstift und das Godehardikloster an
diesen Grundbesitz. Anfang des 13. Jahrhunderts wird das Rittergeschlecht von Düngen genannt, das seinen Stammhof
im Ort hatte. Der Bau des Gotteshauses in Groß Düngen könnte somit durch das Rittergeschlecht, die
Grafen von Wohldenberg oder durch eines der Stifte und Klöster gefördert worden sein. Da jedoch der
Hildesheimer Bischof noch im 16. Jahrhundert als Patron der Kirche bezeichnet wird, scheint der Kirchenbau auch hier
vom geistlichen Oberhirten des Bistums ausgegangen zu sein. Der exakte Zeitpunkt des Baues der St. Kosmas und
Damian-Kirche im Archidiakonat Detfurth läßt sich nicht bestimmen. Die Nennung des Pfarrers im Jahr 1207
weist auf einen Bau Ende des 12. bzw. Anfang des 13. Jahrhunderts hin. Die Verbindung des Wohldenberger Grafenhauses
zur Pfarrkirche wird nicht ausgeschlossen, da im Jahre 1308 der Pfarrer an St. Kosmas und Damian auch Kaplan auf dem
Wohldenberg war.
Im Amt Marienburg verblieb Groß Düngen nach der Stiftsfehde durch den Quedlinburger Rezeß von 1523
im Kleinen Stift und somit unter der Regierungsaufsicht des Hildesheimer Bischofs. Nach Aussagen des Pfarrers Ludowikus
Tilmann im Visitationsprotokoll von 1608 war Groß Düngen nicht reformiert worden, da alle Pfarrkinder bis
auf zwei kath. Glaubens waren. Im Gegensatz zu anderen bischöflichen Ämtern war der Amtmann auf der
Marienburg in dieser Zeit überzeugter Lutheraner, der sich auch nicht scheute, seine Glaubensüberzeugung zu
fördern, indem er bischöfliche Erlasse nicht zur Ausführung brachte und Anhänger der Reformation aus
kath. Ortschaften an ev. Pfarreien zum Sakramentenempfang verwies. Auch dies hatte der Pfarrer 1608 zu Protokoll
gegeben.
Da Groß Düngen an der alten Heeresstraße lag, wurde es während des 30jährigen Krieges
des öfteren ausgeplündert und gebrandschatzt. Die Pfarrkirche wurde dabei nicht verschont, so daß sie
nach 1648 erneuert werden mußte. Im Jahre 1661 wurde die restaurierte Pfarrkirche durch Weihbischof Adamus Adami
“zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria und der Märtyrer Kosmas und Damian” geweiht. Nachdem die Pfarrei das
sog. “Hilgenholz” an das Amt Marienburg verpachtet hatte, das dort einen Ziegeleibetrieb errichtete, war sie dadurch an
die finanziellen Mittel gelangt, die zum Bau eines neuen Gotteshauses erforderlich waren. Im Jahre 1733 erteilte das
Domkapitel die Genehmigung zum Neubau. Mit zwei Altären wurde er am 28. August 1746 eingeweiht. Der spätere
Hildesheimer Bischof Eduard Jakob Wedekin wurde am 30. Dezember 1796 in Groß Düngen geboren.
Aufgrund der Errichtung einer Zuckerfabrik wurde Groß Düngen 1875 an das Bahnnetz angeschlossen. Der
Zuckerrübenanbau führte auch zur Gründung einer Molkerei 1887. Während dieser landwirtschaftlich
geprägten Entwicklung der Gemeinde stieg von 1885-1895 die Einwohnerzahl von 558 auf 594 an. Konfessionell waren
noch Ende des 19. Jahrhunderts 90% der Gemeindemitglieder katholisch.
Von 1874-1884 durfte die Pfarrstelle nicht besetzt werden. Auch war ihr Vermögen vom Staat konfisziert worden.
Erst im Jahre 1884 konnte wieder ein Pfarrverwalter eingesetzt werden, der zwei Jahre später den Titel eines
Pfarrers von Groß Düngen erhielt.
Wie Bischof Wedekin oder Dechant Christoph Aue war auch Pfarrer Joseph Müller eng mit der Pfarrei St. Kosmas
und Damian verbunden. Pfarrer Müller, der sich seit 1943 dort besonders der Jugendseelsorge gewidmet hatte, wurde
1944 von der Gestapo verhaftet und noch im selben Jahr in Berlin-Moabit hingerichtet. Ein Ehrenmal in der Pfarrkirche
erinnert an den Tod des Groß Düngener Pfarrers.
Aus dem Flüchtlingslager Bockenem gelangten 1946 zunächst 132 Heimatvertriebene und Flüchtlinge nach
Groß Düngen. Ihre Anzahl stieg auf 232 Personen an, da laut Kreisverwaltung das Aufnahmesoll der Gemeinden
auf 120% der Einwohner von 1939 festgesetzt worden war. Dadurch vergrößerte sich auch die kath. Pfarrei St.
Kosmas und Damian, die in Groß Düngen, Klein Düngen und Heinde ca. 1200 kath. Christen zu betreuen
hatte.
Trotz vieler Abwanderungen von Familien in den 50er Jahren in die Industriezentren des Westens war die
Erschließung von Bauland notwendig geworden, das 1954 auch die kath. Pfarrei zur Verfügung stellte.
Siedlungskomplexe entstanden, in denen überwiegend Flüchtlingsfamilien wohnten. Ein Rechtsstreit zwischen der
Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde wurde 1954 zugunsten der Pfarrei entschieden. Danach wurde die politische
Gemeinde zur Unterhaltung der Pfarr- und Küstergebäude verpflichtet.
St. Bernward, Klein Düngen
Zwischen Groß- und Klein Düngen wird zunächst in mittelalterlichen Urkunden nicht unterschieden.
Sprachlich differenziert wird zwischen beiden Siedlungen erst im 14. Jahrhundert, als “lutteken Düngen” 1368
erwähnt wird. Da es gesichert ist, daß sich in Klein Düngen eine Mühle befand, weisen alle die
Mühle betreffenden urkundlichen Handlungen folglich auf Klein Düngen hin. Die Mühle wurde im Jahre 1307
vom Domherrn Ludolf von Wohldenberg an das Magdalenenkloster in Hildesheim übertragen, das sie 1608 an das
Domkapitel verkaufte. Während sich ein Gotteshauses in Klein Düngen im Mittelalter urkundlich nicht nachweisen
läßt, weist jedoch das Fundament der heutigen Kirche auf einen Bau aus dem 13. Jahrhundert hin. Kirchlich
gehörte das Gotteshaus zum Archidiakonat Detfurth. Da kein Geistlicher in Klein Düngen ansässig war,
wurde die Siedlung durch den Pfarrer an St. Gallus in Detfurth betreut. Neben dem Detfurther Archidiakon könnte
auch die Familie von Wohldenberg den Bau der Kirche gefördert haben. Jedoch auch eine Förderung durch das
Magdalenenkloster wird wegen des Patroziniums “Mariä Heimsuchung” seit Anfang des 14. Jahrhunderts denkbar. Das
Marienpatrozinium wurde zwischen 1910-1914 zugunsten des Hl. Bernwards nachgestellt.
Durch die Zusammenlegung der Banne Detfurth mit Alfeld hatte die Taufkirche St. Gallus ihre Sonderstellung als
Archidiakonatskirche verloren; die “Pfarrechte” über die “Kapellengemeinde” in Klein Düngen blieben aber
bestehen. Da somit zwischen Klein Düngen und der Pfarrei Detfurth kirchlich eine enge Verbindung bestand, verlief
auch die geschichtliche Entwicklung parallel - d. h. auch in Klein Düngen konnte die Reformation nicht
eingeführt werden. Der Schmalkaldische- und der 30jährige Krieg hatten auch Auswirkungen auf Klein
Düngen. Die Siedlung wurde gebrandschatzt und ausgeplündert, die Marienkapelle beschädigt. Die
Jahreszahlen 1613 und 1701 - letztere wird auf einem Wappenschild mit Salzhaken am Gotteshaus genannt - steht für
den Zeitpunkt der Renovation bzw. eines Neubaus der Kirche. Obwohl Klein- und Groß Düngen wirtschaftlich vom
Anschluß an das Eisenbahnnetz 1875-1900 profitierten, ist in Klein Düngen nur ein minimaler Anstieg der
Bevölkerung von 1871-1905 von 151 auf 166 Einwohner zu verzeichnen. Das Dorf blieb landwirtschaftlich orientiert
(Haferanbau). Nur wenige Tagelöhner aus der Kaliindustrie in Salzdetfurth oder aus der Hildesheimer Industrie
ließen sich in Klein Düngen nieder.
Durch die Bildung eines Kapellenvorstandes hatte sich in Klein Düngen ein Gremium entwickeln können, das
die Interessen von St. Bernward wahrnahm. Aufgrund der räumlichen Nähe und des wirtschaftlichen und
politischen Zusammenschlusses von Groß und Klein Düngen, wurde St. Bernward mit bischöflicher Urkunde
vom 1. April 1940 in die Pfarrei St. Kosmas und Damian nach Groß Düngen umgepfarrt.
Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen nach 1945 vergrößerte sich die Gemeinde
Klein Düngen um 166 Einwohner, die überwiegend der kath. Kirche angehörten. Politisch folgte
zunächst 1966 die Bildung einer Samtgemeinde Groß Düngen, deren Mitglied auch Klein Düngen wurde.
Während die Samtgemeinde Groß Düngen 1974 nach der Kreis- und Gebietsreform aufgelöst wurde, kam
es zur Bildung der Einheitsgemeinde Bad Salzdetfurth.