Katholische Kirchengemeinde
St. Joseph, Gronau/Leine
mit Maria Königin der Apostel, Coppenbrügge,
St. Joseph, Eitzum,
St. Petrus zu den Ketten, Elze,
St. Benedikt, Lauenstein und
St. Marien, Mehle
|
|
|||||||||||||
|
Adressen der Kirchen: |
|
Coppenbrügge
|
|||||||||||
| Regelmäßige Gottesdienste: |
|
||||||||||||
|
|
|||||||||||||
| Pfarrer: |
Pfarrer Dr. Christian Wirz; Burgstraße 6; 31082 Gronau / Leine
Tel: (05182) 20 80; Fax: (05182) 948 286 eMail: chr.wirz@web.de |
||||||||||||
| Diakon: |
Dr. Joseph Theruvath; Ahornstraße 18; 31082 Gronau / Leine
Tel: (05182) 3846 eMail: Dr.Theruvath@gmx.de |
||||||||||||
| Gemeindereferentin: |
Barbara Volz-Lindner; Schmiedetorstraße 22; 31008 Elze
Tel.(dienstlich): (0151) 515 160 80; Tel. & Fax (privat): (05121) 22578 eMail: volz-lindner@arcor.de Sprechzeiten
|
||||||||||||
|
|
|||||||||||||
| Adresse: |
Burgstraße 7; 31028 Gronau / Leine
Tel: (05182) 20 80; Fax: (05182) 948 286 eMail: st.joseph-gronau_leine@t-online.de |
||||||||||||
| Sekretärin: | Frau Mühr | ||||||||||||
| Öffnungszeiten: |
|
||||||||||||
|
|
|||||||||||||
| Adresse: |
Schmiedetorstraße 22; 31008 Elze
Tel: (0151) 515 160 80 |
||||||||||||
| Öffnungszeiten: |
|
||||||||||||
|
|
|||||||||||||
| Adresse: |
Dahlienweg 4; 31020 Salzhemmendorf - Lauenstein
Tel: (05153) 67 23; Fax: (05153) 963 501 eMail: sanktbenedikt@t-online.de |
||||||||||||
| Sekretärin: | Frau Ahlborn | ||||||||||||
| Öffnungszeiten: |
|
||||||||||||
St. Joseph, Gronau
Die Stadt Gronau war eine planmäßige Gründung Bischof Siegfrieds II. (1279-1310), der nach der
Zerstörung der Burg “Empna” im Jahre 1279, während der Fehde mit den Braunschweiger Herzögen,
zunächst die bischöfliche Schutzfeste “Auf der grünen Aue” erbauen ließ. In ihrem Bereich entstand
am Leineübergang des Ost-West-Weges eine neue “Burgsiedlung”, vor allem durch Bewohner aus den umliegenden
Siedlungen Öckum, Lede und Empe. Im Jahre 1298 heißt es urkundlich, daß Empene nun Gronau genannt
werde, wobei die Siedlung ab 1300 durchgängig als “oppidum” nachweisbar wird. Die Bauzeit des städtischen
Gotteshauses läßt sich nicht exakt ermitteln, obwohl das Patrozinium mit St. Matthäus 1309 belegbar
wird. Sicher ist, daß innerhalb des Missionsbezirkes von Elze die Siedlungen Empe und Lede bereits vor dem 13.
Jh. über eine Kirche verfügt haben. Als Pfarrkirche wird wahrscheinlich die “Marienkirche” in Empe zu
betrachten sein, wobei ihre Pfarrechte erst später auf die Filialkirche St. Matthäus in Gronau
übergingen. Im Jahre 1348 wird auch das Gotteshaus in Lede als “de kerken to gronow” genannt. Ein
Marienpatrozinium kann bei ihr nicht ausgeschlossen werden, da auch der Hochaltar der St. Matthäuskirche in
Gronau der Gottesmutter geweiht war und das Stadtsiegel aus dem 14.-15. Jh. die Gottesmutter mit dem Jesuskind
darstellt. Noch im 14. Jh. wurden beide Kirchen in Empe und Gronau für den Gottesdienst genutzt, bis Bischof
Heinrich III. (1331-1363) im Jahre 1348 die Erlaubnis erteilte, den “Werktagsgottesdienst” in St. Matthäus zu
feiern. Dadurch wird der Übergang der Pfarrechte von St. Maria auf St. Matthäus dokumentiert. Der erste
Gronauer Pfarrer wird mit “Henricus” in den Jahren 1313-1321 nachweisbar. Die Erwähnung eines Priesters an St.
Maria stammt dagegen bereits aus dem Jahr 1266. Die Gronauer Pfarrkirche gehörte in das Archidiakonat Rheden,
zur Haupt- und Taufkirche St. Cosmas und Damian. Die Patronatsrechte über die St. Matthäuskirche standen dem
Hildesheimer Bischof zu. In Empe bestand später lediglich nur noch eine Vikarie, deren Vikar vom Stadtpfarrer
eingesetzt wurde.
Auch der Rat der Stadt Gronau tritt als Stifter und Patron bei einer der ältesten Vikarienstiftungen am Altar
der Gottesmutter in St. Matthäus auf. Darüber hinaus werden die Nebenaltäre mit ihren Stiftungen St.
Petrus und Paulus, Hl. Kreuz, St. Andreas, St. Magdalenen, St. Philippus-St. Jakobus, Vikarie der Sakristei im sog.
Gerhause zu Ehren der Hl. fünf Wunden und der Frühmessenaltar in der Pfarrkirche aufgeführt. In der
Ackerbürger- und Handwerkerstadt (Wassermühlen) gab es u. a. die Bruderschaften Unserer Lieben Frau, der Hl.
Mutter Anna und der Hl. fünf Wunden. Wallfahrten und Prozessionen im Leinebergland wurden zu St. Maria zu den
sieben Bergen sowie zum Spiegelberg bei Lauenstein und in das Kloster Wülfingerhausen unternommen.
Zahlreiche Hildesheimer Stifte und Klöster, wie St. Michael auf dem “Paterhof” oder dann der Templerorden,
verfügten über Grundbesitz in Gronau. Ein Haus mit einer Hofstelle, eine sog. Terminei, besaß auch
der Dominikanerorden aus Hildesheim. Die armen und hilfsbedürftigen Stadtbewohner wurden im stadtauswärtigen
St. Georgshospital und im Leprosenhaus versorgt. Als das Hochstift Hildesheim nach Ausgang der Stiftsfehde 1523
aufgeteilt wurde, kam die Stadt Gronau im gleichnamigen Amt zum Herzogtum Calenberg. Elisabeth von Calenberg
führte mit Hilfe des ehemaligen Zisterziensermönches Antonius Corvinus zwischen 1542 und 1543 eine ev.
Kirchenvisitation durch. Deshalb wurde der Rat der Stadt Gronau im Frühjahr des Jahres 1543 vor die
Visitationskommission in das Kloster Wittenburg geladen, um dort die Einstellung des Stadtpfarrers zur “reinen Lehre”
zu klären und die kirchlichen Vermögensverhältnisse festzuhalten. Die neue Kirchenordnung sah
zunächst die Einführung der luth. Predigt vor. Erst ab 1564 hatte sich durch den Einsatz eines ev.
Stadtpfarrers, der zugleich als Superintendent der Ämter Gronau, Poppenburg und Lauenstein tätig wurde,
die “Lehre Martin Luthers” in der Stadtbevölkerung durchsetzen können. Nach dem kaiserlichen
Restitutionsedikt von 1629 und der “Normaljahrsbestimmung” 1624 im Westfälischen Frieden (1648) gelangte die
Stadt wieder an das Stift Hildesheim unter Beibehaltung ihres ev. Bekenntnisstandes. Da der “souveräne” luth.
Magistrat der bischöflichen Rekatholisierung in der Stadt entgegentrat, konnte die kath. Reformbewegung im
gesamten Amt nur langsam vorangehen. Seit 1648 waren neben den einquartierten kaiserlichen Soldaten auch kath. Beamte,
Handwerker und Kaufleute aus Brabant, dem Rheinland und Westfalen in das Bistum Hildesheim gelangt. Einige von ihnen
hatten sich in Gronau niedergelassen. Obwohl seit 1644 wieder ein kath. Amtmann das Haus Gronau verwaltete, gab es
keine kath. Kirche.
Erst im Jahr 1667 konnte im Amtshaus ein Raum eingerichtet werden, in dem Ordensleute aus Hildesheim die Heilige
Messe feierten. Durch den Zuzug von kath. Familien nach Gronau war Ende des 17. Jh. eine ständige pastorale
Betreuung notwendig geworden. Fürstbischof Maximilian Heinrich (1650-1688) beauftragte deshalb den
Dominikanerpater Franz Krukenkamp aus Osnabrück mit der Seelsorge in der Stadt. Nach dem Kauf der ehemaligen
Terminei konnte in Gronau eine Niederlassung des Dominikanerordens gegründet werden, die vom Ordensgeneral in Rom
am 8. Dezember 1680 ihre Bestätigung erhielt. Zunächst wurde nur eine bescheidene Kapelle, die der
Muttergottes geweiht war, im Vorderhaus der Terminei eingerichtet. Nach der Entwicklung der Mission war in den
Jahren 1685 bis 1690 ein “festes Haus” und die St. Josephskapelle errichtet worden, die 1703 jedoch völlig
ausbrannte. Der Pfarrsprengel von St. Joseph erstreckte sich nicht nur auf Mehle im Amt Poppenburg oder auf
Dörfer des Amtes Winzenburg und des benachbarten hannoverschen Amtes Lauenstein, sondern er dehnte sich auch in
den Alfelder und Hamelner Raum aus. Die Amtmänner bzw. Drosten des bischöflichen Amtes Gronau, aus der
Familie von Dumpstorff oder aus dem kath. Zweig der Familie von Bennigsen, traten im 17.-18. Jh. als Förderer der
Pfarrkirche und des Dominikanerkonventes in Gronau auf. Nach der Brandkatastrophe 1703 konnten Pfarrkirche und
Klostergebäude erst in den Jahren 1704-1720 wieder aufgebaut werden. Eine zweite “Einwanderungswelle” u. a.
von belgischen, italienischen und österreichischen Handelsleuten und “Kesselführern” führte Mitte des
18. Jh. zum Anwachsen der kath. Gemeinde. Die Diasporagemeinde wurde von Dominikanern geleitet, die die
Bestätigung ihrer Pfarrleitung durch den Hildesheimer Bischof erhielten. Als 1767 z. B. der Orden ohne
Genehmigung des Bischofs einen Bruder zur Leitung der Pfarrei eingesetzt hatte, kam es zur erfolgreichen Beschwerde
von Fürstbischof Friedrich Wilhelm (1763-1789) beim Ordensprovinzial in Köln. Nachdem 1810 Kloster und
Klosterpfarrei Escherde aufgehoben worden waren, erfolgte 1812-1815 auch die Säkularisation des Dominikanerklosters
in Gronau. Während das Kloster säkularisiert war, konnte im Gegensatz zu Escherde die Pfarrei St. Joseph
jedoch bestehen bleiben. Die Pfarrei Escherde mußte daher mit ca. 300 Katholiken aus den Ortschaften Escherde,
Betheln, Barfelde und Eddinghausen nach Gronau umgepfarrt werden. Seit der Neugliederung des Bistums Hildesheim durch
die Bulle “Impensa Romanorum Pontificum” von 1824 kamen noch Katholiken aus den Ortschaften des hannoverschen Amtes
Lauenstein hinzu, so daß St. Joseph damals für 713 Katholiken zuständig war. Obwohl der Pfarrer seit
1724 durch einen Kaplan besonders in den Außenstationen unterstützt wurde, konnte durch die räumliche
Trennung der Stationen nur unter schwierigen Bedingungen die pastorale Arbeit verrichtet werden. Mit der einsetzenden
Industrialisierung in Gronau (Papier-, Zuckerfabrik, Eisenindustrie) waren vor allem Tagelöhner aus den Fabriken,
Händler, Knechte und Gutsangestellte z. B. des ehemaligen Klostergutes Escherde zu betreuen. Während der
Industrialisierung hatte jedoch eine neue Phase der staatlichen Zwangsmaßnahmen gegen die kath. Kirche begonnen.
So wurde 1875 aufgrund des Klostergesetzes die Kinderaufbewahrungsanstalt des Savigny-Stiftes in Gronau geschlossen und
1876 die Pfarrerwohnung mit Gewalt geräumt. Im Zeitraum von 1934-1939 waren auch in Gronau alle kath. Vereine und
Organisationen aufgehoben und verboten worden. Nur knapp konnte der damalige Pfarrer von St. Joseph der Einweisung in
ein Konzentrationslager entgehen. Die kath. Schule wurde 1939 endgültig aufgehoben.
Bereits während des 2. Weltkrieges waren z. B. aus der Stadt Hannover evakuierte Familien nach Gronau gelangt.
Nach 1945 ließen sich Hunderte von Heimatvertriebenen und Flüchtlingsfamilien in Gronau und in den
umliegenden Landgemeinden nieder. Die Gemeindemitgliederzahl von St. Joseph stieg von 800 auf 3456 Katholiken. Ihre
Betreuung im Westen des Pfarrbezirkes, wie z. B. in Marienhagen und Delligsen, war aufgrund der Entfernung besonders
schwierig. Daher mußte bereits 1946 der bisherige Pfarrvikariebezirk Gronau-Land in zwei Vikarien und zwar in
Gronau-Ost und Gronau-West aufgeteilt werden. Als zentraler Punkt des Bezirkes West wurde Marienhagen eingerichtet, aus
dem später die Kirchengemeinde Guter Hirt in Duingen hervorging. Im Pfarrverband von St. Joseph verblieben noch
die Ortschaften Gronau, Banteln, Barfelde, Betheln, Brüggen, Eberholzen, Eitzum, Heinum, Hönze, Nienstedt,
Reden und Wallenstedt. In Eitzum konnte im Jahre 1950 eine Holzkapelle - St. Joseph eingerichtet werden. Das Material
ihrer Außen- und Inneneinrichtung wurde von der britischen Militärregierung zur Verfügung gestellt, die
die Kapelle zuvor für Angehörige der englischen Luftwaffe genutzt hatte.
Durch die ausreichende Infrastruktur der Stadt- und Landgemeinden (Eisenbahnanschluß Strecke
Hannover-Göttingen und unmittelbare Lage an der B 3 Hannover-Einbeck-Göttingen-Kassel) sowie durch den Auf-
und Ausbau der Wirtschaft (Papierindustrie) kam es in Gronau und den Landgemeinden nur zu geringen Abwanderungen von
kath. Flüchtlingsfamilien. In Anbetracht des weiten Pfarrsprengels von St. Joseph war 1952 erneut die Anstellung
eines Kaplans notwendig geworden.
Gegenwärtig werden von St. Joseph die Katholiken in der Samtgemeinde Gronau und den Gemeinden Gronau,
Banteln, Betheln, Brüggen, Despetal, Eime sowie die Katholiken in der Gemeinde Eberholzen und im Ortsteil
Hönze der Gemeinde Sibbesse betreut. Der Pfarrsprengel von St. Joseph ist mit Ausnahme von einigen Ortsteilen
der Samtgemeinde Sibbesse deckungsgleich mit der Struktur der 1974 gebildeten Samtgemeinde Gronau.
Zum 31.Oktober 2006 wurde die "alte" Pfarrgemeinde St. Joseph, Gronau/Leine aufgelöst und zum 01.November 2006
eine neue Pfarrgemeinde St. Joseph, Gronau/Leine gegründet. Diese neue Pfarrei umfasst die Gebiete der ehemaligen
Pfarreien St. Petrus zu den Ketten Elze und St. Benedikt Lauenstein.
Maria Königin, Coppenbrügge
noch in Arbeit
Bis zum 31.Oktober 2006 gehörte die Kirche zu der Pfarrgemeinde St. Benedikt Lauenstein. Danach kam sie
zu der neu gegründeten Pfarrgemeinde St. Joseph, Gronau/Leine.
St. Petrus zu den Ketten, Elze
Um die weitere Christianisierung der Sachsen durchführen zu können, gründete Kaiser
Karl der Große (gest. 814) beim "Fränkischen Königshof Elze" eine St.
Petruskirche, die zunächst kirchlicher Mittelpunkt des ersten Missionszentrums im
späteren Bistum Hildesheim war. Die zentrale Lage des Königshofes an der Mündung des
Saalebaches in die Leine und an der Leinestraße war vermutlich Grund für die Errichtung
der Mission. Ludwig der Fromme (778-840) sah jedoch am Schnittpunkt des West-Ost- mit dem
Süd-Nordweg in Hildesheim bessere Voraussetzungen zur Gründung einer Missionskirche,
sodass er 815 dort die Marienkirche erbauen ließ. Die Haupt- und Taufkirche St. Petrus
des Archidiakonates Elze besaß auch nach der Hildesheimer Kirchengründung besondere
Privilegien, die sie von den späteren Archiadiakonatskirchen zunächst unterschied. In
der Regierungszeit Bischof Hezilos (1054-1079) entband Kaiser Heinrich IV. (1050-1106) im
Jahre 1068 die "publicae ecclesiarum parrochiae" mit der "villa
imperialis" von seiner Oberherrschaft in Gudingau und Übertrug sie der Hildesheimer
Kirche.
Mit Hermannus sacerdos in "Aulica" wird im Jahre 1210 einer der Priester an St.
Petrus schriftlich greifbar. Die Nachrichten über einen Elzer Archidiakon stammen dagegen
erst aus dem Jahre 1316.
Die "Marktsiedlung" Elze, die als Lande- und Stapelplatz der Leineschifffahrt
Bedeutung hatte, stand zunächst unter der Schutzherrschaft der Herren von Poppenburg im
gleichnamigen Amt. Die Schutzherrschaft ging jedoch nach dem Aussterben der Familie von
Poppenburg 1319 an das Hochstift Hildesheim über. Obwohl die Siedlung in zentraler Lage
mit der karolingischen Missionskirche bedeutend war, konnte Elze im Hochmittelalter keine
Stadtrechte erwerben; der mit "Sonderrechten" ausgestattete Ort lag nämlich in
einem zwischen dem Hochstift Hildesheim und dem Herzogtum Calenberg strittigen Gebiet.
Erst Ende des 16. Jahrhunderts erhielt Elze die Stadtprivilegien. Der Rat des Fleckens
wird erstmals im Jahre 1360 schriftlich erwähnt, welcher auch die Patronatsrechte über
eine örtliche Kapelle besaß. Urkundlich nachgewiesen ist, dass die Kalandbruderschaft
Hl. Geist im Jahre 1344 einen Altar für die St. Petruskirche stiftete.
In der Hildesheimer Stiftsfede (1519-1523) wurde Elze 1521 von Herzog Erich I. von
Calenberg erobert und niedergebrannt. Durch den anschließenden Quedlinburger Rezess von
1523 wurde das Amt Poppenburg mit Elze Bestandteil des Herzogtumes Calenberg. Die Regentin
Elisabeth von Calenberg führte dort in den Jahren 1542-1543 die Reformation ein. Im April
des Jahres 1543 hielt sich eine Kommission in Elze auf, um dort mit Hilfe des Rates an der
Haupt- und Taufkirche St. Petrus einen luth. Prädikanten einzusetzen. Nach der
Restitution des Großen Stiftes an den Fürstbischof 1643 gelangte Elze wieder in das
Hochstift Hildesheim. Da jedoch im Westfälischen Frieden von 1648 das Grenzdatum für die
Garantie der ev. Konfession mit dem Jahr 1624 festgesetzt worden war, blieb Elze eine ev.
Kleinstadt unter einem kath. Landesherrn. Für die Heiligen Messen blieben somit die
Kirchen weiterhin geschlossen und kein kath. Geistlicher konnte die Seelsorge übernehmen.
Die Katholiken wurden bis 1864 von der Amtspfarrei Poppenburg aus betreut. So hatte seit
der Einführung der Reformation die Haupt- und Taufkirche nicht nur ihre
Diözesanprivilegien, sondern auch ihre Pfarrrechte verloren.
Durch die Einrichtung eines zentralen Eisenbahnknotenpunktes in den Jahren 1853-1900
und durch die Industrialisierung (Zuckerfabrik 1873-1915, Sägewerk, später Möbel-,
Waschmaschinen-, Pappen- und Blechdosenindustrie sowie eine Eisengießerei) war in Elze
und in den umliegenden Landgemeinden die Bevölkerung gestiegen. In der ehemaligen
"Ackerbürgerstadt" erhöhte sich daher auch die Anzahl der kath. Christen, die
seit Mitte des 19. Jahrhunderts von der kath. Kirchengemeinde Mehle aus betreut wurden.
Seit 1884 hatten sich die Elzer Katholiken wiederholt um die Errichtung eines katholischen
Gotteshauses in ihrer Stadt bemüht, indem sie für einen Baufonds sammelten. Bereits 1890
erwarben sie einen Bauplatz, der später auf den Namen des Bischöflichen
Generalvikariates eingetragen wurde. Erst 1936 wurde für die Elzer Katholiken die St.
Petrikapelle erbaut.
Bereits vor Kriegsende war die Einwohnerzahl vor allen durch Evakuierte von 3.200 auf
5.400 Einwohner in Elze gestiegen. Nach 1945 wurden rund 1.000 Heimatvertriebene und
Flüchtlinge in der Stadt ansässig, deren Anzahl weiter anstieg. Dadurch konnte sich ein
kontinuierliches Gemeindeleben entwickeln. Die Anstellung eines kath. Seelsorgers war 1946
erfolgt. Die kath. Pfarrvikarie St. Petrus wurde bald zum Seelsorgezentrum der umliegenden
Landgemeinden, wie Wittenberg, Sorsum und Boitzen. Da mit den ortansässigen Industrie-
und Gewerbebetrieben ein wesentlicher Teil des Arbeitsplatzbedarfes gedeckt wurde, kam es
lediglich in den landwirtschaftlich orientierten Gemeinden zu geringen Abwanderungen von
kath. Familien. Daher wurde 1953 die St. Petruskapelle erweitert. Die Errichtung zur
selbständigen Kirchengemeinde konnte durch die Lösung aus dem Pfarrverband von St. Maria
in Mehle 1957 erfolgen.
Mit der Kreis- und Gebietsreform von 1974 wurden die Gemeinden Esbeck, Mehle und Sehlde
aus dem Landkreis Alfeld (Leine) und die Gemeinden Sorsum, Wülfingen und Wittenburg aus
dem inzwischen aufgelösten Landkreis Springe in die Stadt Elze eingemeindet. Durch die
Entwicklung von Elze zum "Industriestandort" stiegen langfristig auch die
Gemeindemitgliederzahlen der Kirchengemeinde (Kuratie) St. Petrus zu den Ketten.
Seit Zusammenlegung der Dekanate Alfeld-Gronau und Bockenem-Detfurth im Dezember 2002
gehört die Gemeinde nun zum neu gegründeten Dekanat Alfeld-Detfurth. Zum 31.Oktober 2006
wurde die Gemeinde aufgelöst und das Gemeindegebiet kam zu der neu gegründeten Pfarrgemeinde
St. Joseph, Gronau/Leine.
Kirche: Patrozinium St. Petrus zu den Ketten
Erbaut: 1936
Konsekration: 15.8.1936 durch Bischof Joseph Godehard Machens
Erweiterungbau: 1953
Konsekration: 25.10.1953 durch Weihbischof Johannes Bydolek
Renovierung: 1971
Altarkonsekration: 9.10.1971 durch Weihbischof Heinrich Pachowiak
Kirchenbücher: seit 1946
Pfarrhaus und Pfarrheim: 1950
St. Benedikt, Lauenstein
noch in Arbeit
Zum 31.Oktober 2006 wurde die Gemeinde aufgelöst und das Gemeindegebiet bildet nun mit der
ehemaligen Gemeinden St. Petrus zu den Ketten Elze und St. Joseph Gronau die neu gegründete
Pfarrgemeinde St. Joseph, Gronau/Leine.
St. Marien, Mehle
Die Siedlung Mehle wird im Fundationsbrief des Hildesheimer Michaelisklosters von
1022 genannt, mit dem Bischof Bernward (993-1022) seiner Stiftung u.a. Güter in
"Midele" übertrug. Neben den Mehler Ministerialen, als Lehnsträger des
Hildesheimer Bischofs, waren u.a. die Bischöfe selbst, das Kloster St. Michael, das
Kloster Loccum, das Kloster Wülfingerhausen und die Herzöge von Braunschweig in Mehle
begütert.
Der Ort gehörte zum Missionsbezirk der Haupt- und Taufkirche St. Petrus in Elze.
Innerhalb des Pfarrsprengels dieser Archidiakonatskirche konnten sich auch hier später
selbständige Pfarreien bilden. Als Parochie wird Mehle im Jahr 1235 in einer Urkunde
Konrads II. (1221-1246) bezeichnet. Die Pfarrkirche wurde wahrscheinlich bereits während
des MA dem Hl. Papst Urban I. geweiht, dessen Patrozinium sich während des Pontifikates
Papst Urban II. im 11. Jh. ausgebreitet hatte. Über einen ortsansässigen Pfarrer hat die
Mehler Kirche vorerst nicht verfügt, sie wurde vielmehr von einem Priester aus der Haupt-
und Raufkirche St. Petrus in Elze betreut.
Die Patronatsrechte über die St. Urbanuskirche standen dem Archidiakon in Elze zu.
Nach der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) gelangte Mehle im Amt Poppenburg an das
Herzogtum Calenberg. Herzogin Elisabeth von Calenberg führte 1542-1543 die Reformation
ein (s.o.).
Bereits vor der Industrialisierung im Fürstbistum Hildesheim hatte Bischof Jobst
Edmund von Brabeck (1688-1702) in den Jahren 1698-1699 dort die kaiserliche Genehmigung
zur Steinkohlenförderung erhalten. Nach dem Tode des Fürstbischofs trat sein Bruder das
Erbe der Brabeckschen Steinkohlenförderung an. In Mehle ließ dieser für den
Schichtmeister der Grube ein Haus errichten, das zunächst als Gasthaus genutzt wurde.
Dort konnte zwischen 1742 und 1762 ein Kapellenraum durch die finanzielle Förderung der
Familie von Brabeck und den Einsatz des Pfarrers aus Poppenburg eingerichtet werden. Die
Aufnahme der Steinkohlenförderung steht somit in engem Zusammenhang mit der Bildung einer
kath. Gemeinde, die sich überwiegend aus den Grubenarbeitern und deren Familien
zusammensetzte. Auch hatte die Familie von Brabeck die finanzielle Unterstützung des
Dominikanerordens in Gronau übernommen, sodass ein Pater ab 1742 regelmäßig
Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen in Mehle feiern konnte.
Nach der Säkularisation des Dominikanerordens in Gronau 1812 übernahm der Pfarrer aus
Poppenburg den Gottesdienst in der Gemeinde. Im Jahre 1823 wurde ein Exkonventualer des
Klosters Derneburg mit der Seelsorge beauftragt. Die kath. Gemeinde wuchs durch die im
Jahr 1804 in der Nähe der Brabeckschen Kohlengrube eingerichtete Ziegelei und die ab 1821
angelegten Sandsteinbrüche weiterhin an.
Da ein großer Brand 1839 auch das kath. "Bethaus" zerstört hatte, wurde mit
Unterstützung des Söderschen Grafen von Stollberg 1845-1846 ein kath. Gotteshaus mit
Pfarrerwohnung in Mehle erbaut. Die kath. Kirche wurde unter den Schutz der Gottesmutter
gestellt, einem bevorzugten Patrozinium der Familie von Brabeck. Gemäß der Verfügung
des Bischöflichen Generalvikariates wurde im Jahre 1845 ein ständiger
"Hilfsgeistlicher" in Mehle angestellt. Als selbständige Kirchengemeinde seit
1864 betreute St. Maria 24 Diasporaortschaften. Das Missionszentrum St. Maria wuchs durch
die Niederlassung von Arbeitskräften in der 1877 eingerichteten Chemiefabrik
(Eisenbahnanschluss seit 1875) Ende des 19. Jahrhunderts erneut an.
Die Erhebung zur Pfarrei von St. Maria war während des Kulturkampfes im Jahre 1891
erfolgt, dies auch im Hinblick auf eine gesicherte rechtliche Grundlage gegen die
staatlichen Repressalien. Aufgrund erneuter staatlicher Zwangsmaßnahmen wurde
schließlich 1937 vom Regierungspräsidenten in Hildesheim die kath. Volksschule in Mehle
aufgelöst.
Seit der Zusammenlegung von Mehle mit der Stadt Elze 1974 (Landkreis Hildesheim)
betreut St. Maria zwei Ortsteile der Stadt sowie die Gemeinden Benstorf, Oldendorf,
Osterwald und Ahrenfeld. Die Pfarrgemeinde verlor später ihre Selbstständigkeit und gehört seit
dem zur Pfarrgemeinde Elze. Diese wurde zum 31.Oktober 2006 aufgelöst und
gehört seit dem 01. November 2006 zur neugegründeten Pfarrgemeinde St. Joseph, Gronau/Leine.
Kirche: Patronin St. Marien
Erbaut: 1845-1846
Benediktion: 19.7.1846 durch Vikar Gottfried Schwachheim
Erweiterungsbau: 1897
der Hochaltar (hergestellt 1710) stammt aus dem ehemaligen Kloster Escherde
Statuen: Anfang 20. Jahrhundert Hl. Elisabeth, Schutzengel, Hl. Bonifatius
Kirchenbücher: seit 1860
Pfarrhaus: 1854, 1893 erweitert