Katholische Kirchengemeinde
St. Marien, Alfeld/Leine
mit:
Guter Hirt, Duingen,
St. Joseph, Delligsen,
St. Bernward, Everode und
Mariä Geburt, Winzenburg
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Adressen der Kirchen: |
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Alfeld / Leine
Winzenburg |
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| Regelmäßige Gottesdienste: |
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| Pfarrer: |
Dechant Dirk Jenssen; Marienstraße 1; 31061 Alfeld / Leine
Tel: (05181) 1292; Fax: (05181) 900323 eMail: Dechant@Dekanat-Alfeld-Detfurth.de
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Subsidiar: |
Manfred Barsuhn; Am Hörsumer Tor 37; 31061 Alfeld / Leine
Tel: (05181) 855 3786 eMail: manfred-barsuhn@t-online.de
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| Gemeindereferentin: |
Patrica Fink; Marienstraße 1; 31061 Alfeld / Leine
Tel: (05181) 8290256; Fax: (05181) 900323 eMail: gem.ref-alfeld@t-online.de
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| Pastoralreferent: |
Reinhard Martynus; Marienstraße 1; 31061 Alfeld / Leine
Tel: (05181) 805 867; Fax: (05181) 900323 eMail: past-ref.martynus@t-online.de
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| Pfarrer in Ruhe: |
Bruno Prießnitz; Auf dem Beeke 21; 31085 Everode
Tel: (05184) 950 599 |
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| Pfarrer in Ruhe: |
Hans-Günther Rössler; Ebertstraße 14; 31089 Duingen
Tel: (05185) 602 885; Fax: (05185) 602 886 |
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| Adresse: |
Marienstraße 1; 31061 Alfeld / Leine
Tel: (05181) 1292; Fax: (05181) 900323 eMail: st.marien-alfeld@t-online.de |
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| Sekretärin: | Frau Stoffregen | ||||||||||||||
| Öffnungszeiten: |
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| Adresse: |
Schulstraße 10a; 31037 Delligsen
Tel: (05187) 2285; Fax: (05187) 303 891 eMail: st.joseph-delligsen@t-online.de |
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| Sekretärin: | Frau Hake | ||||||||||||||
| Öffnungszeiten: |
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| Adresse: |
Ebertstraße 14; 31089 Duingen
Tel: (05185) 352; Fax: (05185) 602 882 eMail: GuterHirt@t-online.de |
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| Sekretärin: | Frau Ruhland | ||||||||||||||
| Öffnungszeiten: |
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| Adresse: |
Marienstraße 1; 31061 Alfeld / Leine
Tel: (05181) 1251; Fax: (05181) 900323 eMail: caritas-alfeld@t-online.de |
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| Sekretärin: | Frau Woyciechowski | ||||||||||||||
| Öffnungszeiten: |
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St. Marien, Alfeld
Bei der Entwicklung von Alfeld wird zwischen der Stadt und einer Siedlung, dem sog.
Alten Dorf, unterschieden. Das Alte Dorf lag in unmittelbarer Nähe einer
bischöflichen Schutzburg, die Bischof Hezilo (1054-1079) erbauen ließ, nachdem er im
Jahr 1068 durch Kaiser Heinrich IV. (1050-1106) die Grafschaftsrechte u.a. im Aringo
erhalten hatte. Die Burg wurde durch umliegende Wirtschaftshöfe versorgt, die von einem
bischöflichen villicus bzw. später von einem Vogt verwaltet und zum
größten Teil von Hörigen bewirtschaftet wurden.
Das Alte Dorf, als Sitz eines Gaugerichtes, verfügte bereits vor der
Burgsiedlung über die Pfarrkirche St. Georg. Die Entwicklung Alfelds steht in
Verbindung mit der Gründung der Haupt- und Taufkirche St. Nikolaus im 12. Jahrhundert.
Vom Pfarrbezirk Groß Freden im Missionsbereich von Elze wurde in der 2. Hälfte des
11.Jh. das kirchliche Zentrum des alten Bannes Freden nach Alfeld verlegt. Das
am rechten Leineufer erbaute Gotteshaus bot, wie die bischöfliche Burg, auch Schutz vor
dem Hochwasser der Leine sowie bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Sie war dem Hl.
Nikolaus geweiht, dem Schutzheiligen der Seefahrer (Schiffahrtsweg Leine), Gewandschneider
und Leineweber, die in Alfeld besonders stark vertreten waren.
Das Archidiakonat Alfeld wird im Jahr 1205 urkundlich nachweisbar. Zu ihm gehörten
ursprünglich 18 Pfarreien mit Alfeld, Altes Dorf, Röllinghausen, Gerzen, Limmer,
Langenholzen, Sack, Groß Freden, Imsen, Föhrste, Arnhausen, Eimsen, Delligsen, Warzen,
Brunkensen, Sibbesse, Ammenhausen und Hörsum an. Die Patronatsrechte über die Pfarrei
St. Nikolaus behielt sich auch nach deren Inkorporation in das Kloster Marienrode 1355 der
Hildesheimer Bischof vor. 1305 wird Ernst von Hagen als erster Archidiakon von Alfeld
genannt, während der erste Priester mit Mgr. Ricardus plebanus in Alvelte
1236 urkundlich greifbar wird.
Seit der Verlegung der Haupt- und Taufkirche entwickelte sich Alfeld zur Stadt. So spricht
Bischof Siegfried I. (1216-1221) in einer Urkunde 1221 von besonderen Rechten der
villiam Alvelde und schließlich werden 1258 die burgenses, d.h. die Bürger
der Stadt Alfeld, erwähnt.
Stadtgründer und Stadtherr von Alfeld war der Hildesheimer Bischof, der durch seinen Vogt
die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Sitz des Vogtes war die Burg bzw. das spätere
Schloß vor dem Leinetor der Stadt. Neben der Gerichtsbarkeit des Bischofs, der noch im
Jahre 1358 Privilegien an Hinzuziehende vergab, trat seit der 2. Hälfte des 13. Jh. der
Rat, der mit zwei Bürgermeistern (consules et universitas Civitum in alvelde)
an der Spitze der Bürgerschaft stand.
Der Burgflecken, Archidiakonatssitz und spätere Marktort Alfeld hatte sich im
Spätmittelalter durch das Handwerk und den Handel auf der Leine zu einer wohlhabenden
Stadt entwickeln können. Alfeld war das Resultat einer gezielten bischöflichen
Kolonisation im Leinetal.
Die Volksfrömmmigkeit in der städtischen Gesellschaft äußerte sich auch in Alfeld in
der Gründung von Kalandbruderschaften. In 6 Hospitälern wurden arme und kranke
Stadtbewohner versorgt. Dem Hospital St. Spiritus war z. B. die Marienkapelle, dem
Männer- und Frauenhospital St. Paulus bzw. nach dessen Wiederaufbau St. Marien, dem
Hospital Hl. Geist die Bartholomäuskapelle und dem Siechenheim St. Elisabeth
angeschlossen. Als Ordensgemeinschaft in Alfeld sind die Terminaner-Augustiner
hervorzuheben.
Durch die für den Bischof verlorengegangene Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) gelangte
Alfeld im Amt Winzenburg laut den Bestimmungen des Quedlinburger Rezesses an das Herzogtum
Braunschweig. Kirchlich strebte dort der Herzog Heinrich d. J. den Aufbau eines
katholischen Landeskirchenregimentes in Unabhängigkeit vom Hildesheimer Bischof an. Sein
Sohn, der lutherische Herzog Julius II. erhielt später aufgrund des Hildesheimer Rezesses
von 1570 das jus conferendi über die Archidiakonatskirche St. Nikolaus vom
Abt des Klosters Marienrode.
Zuvor war Herzog Heinrich 1542 von den Protestanten im Schmalkaldischen Bund aus seinem
Herzogtum vertrieben worden. Die Bundesgenossen nutzten die Abwesenheit des Herzogs zur
Durchführung einer ev. Kirchenvisitation. Im Oktober 1542 wurde auch Alfeld visitiert.
Die Bestimmungen der Kommission, der u. a. auch Antonius Corvinus und Johann Bugenhagen
angehörten, sahen zunächst die Einsetzung eines ev. Geistlichen und die Regelung seiner
Besoldung vor. So konnte noch im Jahr der Visitation ein ev. Geistlicher namens Heinrich
Vogelmann in Alfeld eingesetzt werden. Die Umwandlung zu einer Superintendantur bedeutete
die Übernahme von kath. Strukturen (Archidiakonat) beim Aufbau der ev. Landeskirche. Die
offizielle Annahme der Reformation durch Rat und Bürgerschaft war bereits 1542 erfolgt.
Ein aufgezwungener Religionswechsel durch den Schmalkaldischen Bund scheint für Alfeld
nicht zutreffend. Nach der Visitation wurden bald die Kirchen für den kath. Gottesdienst
geschlossen und die kath. Geistlichen aus der Stadt vertrieben. Diese Zwangsmaßnahmen
betrafen auch die kath. Lateinschule, die seit dem 13. Jh. Jungen für die Mitwirkung an
den Gottesdiensten vorbereitet hatte.
Als Herzog Heinrich d. J. 1547 in sein Herzogtum zurückkehren konnte, blieben seine
Rekatholisierungsversuche auch in Alfeld gegenüber dem Stadtrat ohne Erfolg. Nach dem
Tode des Herzogs gelangte im Jahre 1568 sein Sohn Julius II. von Braunschweig an die
Regierung. Er erließ für Alfeld eine zweite ev. Kirchenordnung und führte sie durch.
Die Restitution des Großen Stiftes an den Hildesheimer Bischof 1643 hatte auf den
konfessionellen Besitzstand der Stadt kaum Auswirkungen. Vielmehr sicherte das im
Westfälischen Frieden festgelegte Normaljahr von 1624 endgültig die ev.
Zugehörigkeit der Stadt, jedoch unter einem kath. Landesherrn. Fürstbischof Ferdinand
(1612-1650) versuchte ab 1630, den kath. Glauben in der Bevölkerung wieder zu festigen;
kath. Gottesdienste wurden jedoch ab 1633 ständig behindert. Auch die Bemühungen
Fürstbischof Ferdinands, eine Niederlassung des Franziskanerordens auf dem sog.
Mönchhof in Alfeld, der dem Kloster Marienrode gehörte, einzusetzen, kamen
nicht zur Ausführung. Im Jahre 1697 kaufte schließlich Fürstbischof Jobst Edmund
(1688-1702) den Mönchhof, obwohl er eine Ordensniederlassung dort nicht einsetzen konnte.
In und um die Ackerbürger- und Handwerkerstadt Alfeld wurde seit dem MA Hopfen angebaut,
der auf der Leine in die Brauereien der Umgebung gelangte. Gehandelt wurde auch mit dem
Papier aus der seit 1706 bestehenden Papiermühle, deren Aufbau Ursache für den Zuzug
vieler kath. Familien war. Infolge der Industrialisierung (holz- und metallverarbeitende
Industrie, Eisenbahnanschluß 1853) hatte sich Mitte des 19. Jh. eine kath. Gemeinde
bilden können, für die Gottesdienst in Winzenburg gefeiert wurde. Da die Kirche nur nach
einem zweistündigen Fußmarsch zu erreichen war und die Gemeinde ständig anwuchs, wurde
unter Bischof Eduard Jakob Wedekin (1849-1870) ein Haus in der Stadt erworben, in dem
neben der kath. Schule und der Wohnung des Geistlichen auch eine Kapelle eingerichtet
werden konnte. Am 13. Juli d. J. 1852 wurde die Kapelle mit dem Doppelpatrozinium Unserer
Lieben Frau und des Hl. Bonifatius geweiht.
Im selben Jahr konnte nach ministerieller Erlaubnis die Kaplanei von Winzenburg nach
Alfeld verlegt und dort eine Schulvikarie eingerichtet werden. Auch wurde die sog.
Schulenburger Kapelle, d. h. die Ende des 15. Jh. erbaute Marienkapelle des
Paulushospitales, erworben. Die Kapelle war Marienwallfahrtsort (Marienbildnis). Nach dem
Abbruch des Paulushospitales erfolgte 1857 eine Renovierung der Kapelle. Schutzpatrone
blieben die Hl. Jungfrau Maria und der Hl. Bonifatius.
Schon während des Kulturkampfes wurde St. Marien (ca. 200 Gemeindemitglieder) durch
Bischof Wilhelm Sommerwerck (1871-1905) 1895 zur Pfarrei erhoben. Für die Gemeinde im
Industriezentrum Alfeld war das Gotteshaus bald zu beengt, so dass 1902 die
Pfarrkirche Zum Hl. Herzen Mariä erbaut wurde.
Mit dem Strom der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge gelangten bis 1947 ca. 1000 kath.
Christen nach Alfeld. In den umliegenden Landgemeinden war der Anstieg der
Katholikenzahlen noch gravierender. In den 17 Dörfern, die St. Marien angeschlossen
waren, erhöhte sich der prozentuale Anteil der Katholiken um 90%. Die Abwanderung von
kath. Flüchtlingsfamilien blieb aus, da in Alfeld auch für die umliegende
Landbevölkerung jetzt Arbeitsplätze in der Metallindustrie zur Verfügung standen.
Kirchlich wurde St. Marien 1958 Mittelpunkt des neugebildeten Doppeldekanates
Alfeld-Gronau. Die Stadtgemeinde wurde als kirchliches, wirtschaftliches und kulturelles
Zentrum in der Bistumsorganisation hervorgehoben. Bereits vor der Eingemeindung der 15
Landgemeinden 1974 in die Kreisstadt Alfeld umfasste der Pfarrsprengel von St. Marien, mit
zwei Ausnahmen, diese Ortschaften.
Nach der Verwaltungs- und Gebietsreform 1974 wurde die kirchliche Struktur der politischen
Organisation weitgehend angepasst. Im Jahr 1977 wurde Alfeld als Kreisstadt aufgehoben.
Eine deshalb befürchtete Verlegung von Industriebetrieben blieb aus. Auch die
Gemeindestatistik von St. Maria läßt keine nennenswerte Abwanderung in diesem Zeitraum
von kath. Familien aus der Stadt und den umliegenden Landgemeinden erkennen.
Für die Pfarrgemeinde, die sich auch gegenwärtig vor allem aus Industriearbeitern
zusammensetzt, wurde im Jahre 1969 der Neubau eines Gotteshauses notwendig. Anstelle der
1905 erbauten und baufällig gewordenen Kirche konnte 1971 ein neues Gotteshaus
mit Gemeindezentrum (Pfarrheim) errichtet werden.
Im Dezember 2002 wurde das bisherige katholische Dekanat Alfeld-Gronau mit dem
Stiftsdekanat Bockenem-Detfurth zusammengelegt. Es entstand das neue Dekanat Alfeld-Detfurth.
Im Oktober 2006 bekam die Kirche ihren langersehnten Glockenturm, der bei dem Neubau 1971
der Kirche mit geplant, aber nicht realisiert wurde. Mit dem Turm konnte die Glocke,
die seit über 35 Jahre schweigend im Innenhof stand, wieder zum Gottesdienst rufen.
Zum 31. Oktober 2006 wurde die Pfarrei aufgelöst. Am 01. November 2006 wurde eine neue Pfarrgemeinde
St. Marien Alfeld / Leine gegründet, zu der die bis dahin 4 selbstständigen Pfarrgemeinden Alfeld (St. Marien),
Delligsen (St. Joseph), Duingen (Gute Hirt) und Winzenburg (Mariä Geburt mit St. Bernward Everode) gehören.
St. Joseph, Delligsen
Einer der Lehnsherren in Delligsen war das Kloster Corvey, in dessen Güterverzeichnis die Siedlung in den Jahren
von 836 bis 1037 erwähnt wird. 1350 erwähnt der Abt des Klosters die Familie von Rössing, die ihm u. a.
Grundbesitz in der Herrschaft Hohenbüchen überlassen habe. Da auch Delligsen zu dieser Herrschaft gehörte,
kann Rössinger Grundbesitz hier nicht ausgeschlossen werden. Die Siedlung gehörte zum Gericht Greene in der
Herrschaft Hohenbüchen, ab 1311 zur Herrschaft Homburg, die im Jahre 1507 als Lehen des Klosters Corvey an das
Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel fiel. Neben dem ortsansässigen Adel der Familie von Delligsen hatten u.a.
das Kloster Lamspringe (1149), der Hildesheimer Dompropst (1159-1161), die Grafen von Everstein (1298) und das
Alexanderstift in Einbeck (1389) im Dorf Besitzungen. Den Edlen von Homburg gehörte in den Jahren 1365-1386 der
Zehnte der Siedlung, der durch Verpfändung im 18. Jh. auf die Hildesheimer Andreaskirche überging. Die
Siedlung lag vermutlich im Gau Wikanauelde, in dem kirchlich die Diözesanrechte der Bistümer Mainz,
Paderborn, Minden und Hildesheim galten. Delligsen gehörte zum Bistum Hildesheim in das Archidiakonat Alfeld zur
Haupt- und Taufkirche St. Nikolaus. Als Patron der Delligsener Kirche, die wahrscheinlich der Gottesmutter geweiht
war, wird um 1344 die Familie von Rössing genannt. Später werden die Familien Hanensee, Bortfeld und ab 1686
die Herren von Cramm als Patronats- und Vogteiinhaber nachweisbar. Eine Eigenkirchengründung des Klosters Corvey
oder der entsprechenden Adelsfamilien kann in Delligsen nicht nachgewiesen werden. Für eine gewisse
Pfarrselbständigkeit von St. Maria steht die Erwähnung des ortsansässigen Priesters Johann von
Bockenem im Jahre 1357. Ihr Pfarrsprengel soll die Siedlung Kaierde mit der Kapelle St. Laurentius umschlossen haben.
Im 18. Jh. entstanden im östlichen Bereich von Delligsen die Siedlungen Karls- und Hammerhütte, wo Eisenerz
gewonnen wurde. Im südlichen Bereich der Ortschaft lag bereits während des MA das Gut Düsterntal.
Durch die Reformationsbestrebungen der Welfenherzöge, des Landadels und der Städte waren auch die
Archidiakonate im Bistum Hildesheim letztlich handlungsunfähig geworden. Dies galt besonders für Gemeinden
und Pfarreien, die sich außerhalb des Diözesangebietes befanden, wie Delligsen, das lediglich kirchlich
zum Bistum Hildesheim gehörte, während die Staatsgewalt vom Herzogtum Braunschweig ausging. Darüber
hinaus war die direkte kirchliche Verbindung des Bistums zu seinen außerdiözesanen Gebieten seit dem
Verlust des Großen Stiftes durch den Quedlinburger Rezeß von 1523 unterbrochen. Denn da das Große
Stift unter den Welfenherzögen aufgeteilt wurde, war auch die Verbindung der Braunschweiger Gemeinden in den
Hildesheimer Archidiakonaten zum Bistum unterbrochen worden. Nach der Vertreibung des kath. Herzogs Heinrich d. J. von
Braunschweig-Wolfenbüttel wurden durch den Schmalkaldischen Bund in den Jahren 1542 und 1544 ev.
Kirchenvisitationen im Herzogtum durchgeführt. Im Protokoll der Visitationskommission von 1544 wird unter
Delligsen lediglich ein arrendaricus (Pächter) der Pfarrei erwähnt. Erste Hinweise über einen ev.
Pfarrer stammen aus dem Jahre 1568. Die Konfession des Pfarrers wird durch die Patronatsinhaber, wie die ev. Familien
Hanensee und Bortfeld, und durch die erfolgreiche Einführung der Reformation 1568 eindeutig bestimmt. Mit dem
Ausbau des landesherrlichen Kirchenregimentes wurde die ev. Religionszugehörigkeit zur Staatskonfession.
Für die kath. Bevölkerung bestand laut den Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens von 1555 nur die
Möglichkeit ihren Besitz zu verkaufen und das Herzogtum zu verlassen. Nachdem die Familie von Cramm die
Patronatsrechte 1686 über das im selben Jahr durch einen Brand vernichtete Gotteshaus wahrnahm, blieben die
erneuten Versuche des Fürstbischofs, die Pfarrei wieder für die kath. Kirche zurückzugewinnen, ohne
Erfolg.
Seit der Regierungsübernahme durch Herzog Karl I. (1735-1780) wurde infolge der merkantilistischen
Wirtschaftspolitik im Herzogtum Braunschweig in Delligsen 1736 die Herzog-Karlshütte zur Verarbeitung von
Eisenerz errichtet, eine Ziegelei 1745. Bereits 1691 war die Gründung einer Papiermanufaktur vorausgegangen. Es
läßt sich nicht exakt ermitteln, wie viele kath. Arbeiter das Beschäftigungsangebot in Delligsen, nun
dem Amt Gandersheim zugehörig, nutzten; ihre Ansiedlung wurde aber vermutlich auch durch die liberale Haltung
Herzog Karls I. gegenüber der kath. Kirche unterstützt.
Durch die Landschaftsordnung von 1832 im Herzogtum Braunschweig wurde praktisch das ev. Landeskirchenregiment
aufgelöst und die Religionsfreiheit der anerkannten Konfessionen garantiert. Zwei Jahre später wurde durch
das Unionsdekret die Seelsorge im Herzogtum wieder dem Bistum Hildesheim zugeordnet. Die freie Religionsausübung
und die Gründung kath. Pfarreien war jedoch von der Zustimmung des Staates abhängig, der dann von 1867-1902
während des Kulturkampfes die Rechte der kath. Kirche erheblich einschränkte. So gab es im ganzen Kreis
Gandersheim keine kath. Gottesdienststation. Die Katholiken, die seit der Jahrhundertwende z. B. durch die Einrichtung
der Bahnstation im Jahre 1901 oder durch die Gründung des Kalkwerkes 1907 in den Industrieflecken Delligsen
gelangten, wurden seit 1909 von der Pfarrei Alfeld aus betreut.
Mit dem Flüchtlingsstrom aus dem Osten kamen zunächst ca. 1000 Katholiken nach Delligsen und in die
umliegenden Gemeinden wie Ammensen, Grünenplan, Kaierde und Varrigsen. Die sich bildende kath. Pfarrvikarie im
Ort bestand somit fast ausschließlich aus Heimatvertriebenen und Flüchtlingen. Mit dem Vertriebenenstrom
kam 1946 ein katholischer Geistlicher nach Delligsen, der den Auftrag erhielt, die seelsorgliche Betreuung des
neugebildeten Seelsorgebezirkes Delligsen zu übernehmen. Die Pfarrei Alfeld hatte später die Betreuung der
Katholiken in Delligsen an Bad Gandersheim übergeben müssen; denn während Alfeld dem gleichnamigen
Kreis angehörte und im Dekanat Nörten organisiert war, gehörte Delligsen im Landkreis Gandersheim zum
Dekanat Braunschweig. Rechtlich hatte Delligsen jedoch niemals zur Pfarrei Alfeld gehört. Erst seit 1958 sind
Alfeld und Delligsen im Dekanat Alfeld-Gronau vereint. Politisch ging der Landkreis Alfeld 1977 im Kreis Hildesheim
auf, während Delligsen zum Landkreis Holzminden und Gandersheim zum Landkreis Northeim kamen. Da kein kath.
Gotteshaus in Delligsen vorhanden war, mußte die Heilige Messe in der evangelischen und der neuapostolischen
Kirche gefeiert werden, aushilfsweise auch in einem Gaststättensaal. Der Versuch der Katholiken, 1947 eine
Holzbaracke zu mieten, schlug fehl.
Die Sozialstruktur dieser kath. Gemeinde weist vor allem in der Nachkriegszeit auf Land- und Industriearbeiter
hin, die in der Eisengießerei, der Herd- und der Papierfabrik Arbeitsplätze fanden. Die Abwanderung von
kath. Arbeitskräften blieb daher aus.
Nach der Gründung des Delligsener Kirchenbauvereines 1957 konnte in den Jahren 1958-1959 der Bau einer kath.
Kirche im Ort erfolgen, die als Schutzpatron den Hl. Joseph erhielt. Die Hl. Hedwig wurde, als Zeichen der besonderen
Verbundenheit der Flüchtlingsgemeinde zu einer Nebenpatronin.
Der Erhebung zur Kirchengemeinde 1959 schloß sich schließlich die Erhebung 1976 zur Pfarrei an.
Grünenplan ist heute (nach Delligsen) die größte Einzugsgemeinde von Katholiken in der Pfarrei St.
Joseph. Der durch die Glasindustrie bekannte Ortsteil ist heute als Erholungsort sehr beliebt. Die Pfarrgemeinde wurde zum 31.Oktober 2006
aufgelöst und gehört seit dem 01. November 2006 zur neugegründeten Pfarrgemeinde St. Marien Alfeld / Leine
Guter Hirt, Duingen
noch in Arbeit
Die Pfarrgemeinde wurde zum 31.Oktober 2006 aufgelöst und gehört seit dem
01. November 2006 zur neugegründeten Pfarrgemeinde St. Marien Alfeld / Leine
St. Hedwig, Freden
noch in Arbeit
Die Kiche St. Hedwig wurde am 19. Februar 2005 profanisiert.
Mariä Geburt, Winzenburg
Die Gemeinde Winzenburg entwickelte sich im MA aus der in unmittelbarer Nähe gelegenen Siedlung Hasekenhausen. Die
strategisch wichtige Burg, die den Eingang zum Leinetal in den Ambergau sicherte, war im 11. Jahrhundert
stiftshildesheimisches Lehen. Über das eigentliche Alter der Burg und ihren Lehnsfall an den Hildesheimer Bischof
sind keine gesicherten Nachrichten vorhanden. Sicher ist erst, daß Bischof Udo (1079-1114) vor 1109 seinen Neffen
Hermann I. von Winzenburg die Burg zum Lehen gab. Die Grafen von Winzenburg verfügten später über beachtlichen Besitz
im Südwesten des Bistums. Ihre Grafenrechte blieben jedoch auf den Burgbereich beschränkt. Nach dem Tode Hermann II.
von Winzenburg 1152 fiel die Burg wieder an den Hildesheimer Bischof zurück. Bischof Bernhard I. (1130-1153) ließ sich
sogar eine päpstliche Bulle ausstellen, die jede Veräußerung, Verpfändung oder Verleihung der Winzenburg untersagte.
Mit Bischof Heinrich III. (1331-1363) begann jedoch eine Epoche der Verpfändung der Burg, u. a. an den Hildesheimer
Stiftsadel.
Das Vorhandensein einer Burgkapelle ist wahr-scheinlich, da seit dem Jahre 1230 eigene Burgkapläne - Verno sacerdos
in Wynsenburch -nachweisbar waren. Die Siedlung Hasekenhausen wird im Jahre 1140 urkundlich erwähnt, indem Bischof
Bernhard I. und der Abt des Michaelisklosters in Hildesheim den Bauern der Siedlung gestatteten, ein Gotteshaus auch
als Zufluchtsort gegen feindliche Einfälle in Hasekenhausen zu erbauen. Diese Kapelle war dem Pfarrsprengel der St.
Cäciliakirche in Everode angeschlossen. Der Pfarrer zu Everode sollte sich deshalb der neuen Kapelle mit gleicher
Sorgfalt annehmen, wie seiner eigenen Kirche.
Zunächst wurde die neuerbaute Kapelle der Hl. Jungfrau Maria geweiht, später werden auch die Hl. Märtyrerinnen
Euphemia und Euphrasia als Schutzpatroninnen genannt. Im Archidiakonat Wetteborn beanspruchte Bischof Siegfried II.
(1279-1310) Anfang des 14. Jahrhunderts vom Kloster St. Michael in Hildesheim die Patronatsrechte über die
Pfarrkirche in Everode mit ihrer angeschlossenen Filiale St. Maria in Hasekenhausen. Seit dem Tausch der
bischöflichen Patronatsrechte in Steinwedel an das Kloster waren die Patronatsrechte der Pfarrkirche in Everode 1302
an den Bischof von Hildesheim übergegangen.
Burg und Amt Winzenburg gelangten nach der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) in den Besitz Heinrich d. J. von
Braunschweig-Wolfenbüttel. Im Schmalkaldischen Krieg wurde die Burg und die Siedlung Hasekenhausen 1542 durch die ev.
Bundesgenossen völlig zerstört, so daß die Bevölkerung nach Everode flüchten mußte. Nach der Regierungsübernahme im
Land Braunschweig-Wolfenbüttel durch Herzog Julius II. im Jahre 1568 wurde die Reformation auch in Everode endgültig
eingeführt. Anstelle der verwüsteten Siedlung Hasekenhausen ließ der Herzog das Amtshaus Winzenburg mit einer Kapelle
für den ev. Gottesdienst erbauen. Um das Amtshaus herum begann sich eine Siedlung zu entwickeln. Mit der Restitution
des großen Stiftsgebietes 1643 an den Hildesheimer Fürstbischof Ferdinand (1612-1650) gelangte auch das Amt Winzenburg
wieder unter die Regierungsbefugnisse des Hildesheimer Oberhirten. 1646 wurde im Amtshaus ein kath. Geistlicher
besonders für die Einwohner Everodes angestellt. Obwohl die Normaljahrsbestimmung von 1624 auch in Everode den ev.
Bekenntnisstand garantiert hatte, war im Jahre 1690 die Hälfte der Bevölkerung wieder katholisch; denn seit 1646
hatten die Benediktinermönche aus St. Michael in Hildesheim die Seelsorge in Winzenburg und Umgebung übernommen. Die
Patronatsrechte der wiedererrichteten Pfarrei Winzenburg waren dem Kloster von Fürstbischof Maximilian Heinrich
(1650-1688) 1654 übertragen worden. Das neue Gotteshaus der Amtspfarrei St. Maria wurde 1701 erbaut, da im Jahr 1699
das Dach der alten Kapelle eingestürzt war.
Im Jahre 1691 war zwischen Freden und Winzenburg eine Eisenhütte gegründet worden. Auch am Westerberg und Schildhorst
in der Nähe von Winzenburg nahmen zwei Glashütten 1744 und 1793 die Produktion auf. Durch die Einrichtung dieser
Arbeitsstätten wuchs die kath. Bevölkerung in den Gemeinden Klump, Westerberg, Teichmühle, Schildhorst, Haus Freden
und Leinekamp erheblich an, während Winzenburg noch 1823 eine Domäne mit 158 Einwohnern war.
Die Amtspfarrei St. Maria blieb auch nach der Säkularisation weiterhin bestehen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war
durch die Holzfabriken in Winzenburg und den umliegenden Ortschaften die kath. Bevölkerung so stark angewachsen,
daß im Jahre 1822 die Anstellung eines Kaplans erfolgte. Diese Kaplansstelle wurde mit ministerieller Erlaubnis
1852 nach Alfeld verlegt. Die Pfarrseelsorge war seit 1835 auf Winzenburg und Everode beschränkt worden, da die
Gemeinde Winzenburg mit den dazugehörigen Dörfern Klump, Westerberg, Teichmühle, Schildhorst, Haus Freden und
Leinekamp (Bahnwärterhaus) im Jahr 1885 270 Einwohner zählte. Die 1701 erbaute Kirche entsprach damit nicht mehr
der Gemeindegröße, so daß 1855-1861 eine neue Pfarrkirche erbaut wurde. Die Klosterkammer als Nachfolgerin des
Michaelisklosters ist seit der Säkularisation 1803 für den baulichen Zustand der Kirche Mariä Geburt verantwortlich.
Durch die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge wuchs auch die St. Marien-Gemeinde nach 1945 erneut an. Im Jahre 1955
wurden 1330 Katholiken seelsorglich betreut. In den nächsten Jahren zogen kaum kath. Familien fort, da besonders
in Freden (Holz-, Spielzeugindustrie, Maschinen- und Stahlbau, Tief- und Gleisbau, Metallgießereien, Papier- und
Glasfabrik) Arbeitsplätze vorhanden waren. So setzte sich die Pfarrei überwiegend aus Industriearbeitern und
selbständigen Handwerkern zusammen. Vor dem Bau der St. Hedwigskirche in Freden waren im Zentrum der Gemeinde
die Pfarrkirche St. Mariä Geburt und die Bernwardskapelle in Everode vorhanden. In den restlichen Ortschaften,
die zur Pfarrei gehörten, wie Eyershausen, Meimerhausen, Ohlenrode, Wetteborn und Winzenburg mit den Ortsteilen
Klump, Schildhorst und Westerberg, wurde in der Nachkriegszeit gelegentlich in ev. Kirchen kath. Gottesdienst
vom Pfarrer oder Kaplan aus Winzenburg gefeiert.
Die Struktur der im Jahre 1965 gebildeten Samtgemeinde Freden in der Neuordnung von 1974 mit den angeschlossenen
Gemeinden Everode, Meimerhausen, Freden, Winzenburg, Eyershausen, Ohlenrode und Wetteborn entspricht der
Pfarrorganisation von St. Mariä Himmelfahrt im Dekanat Alfeld-Detfurth. In der Gemeinde Freden, die auch heute noch
industrieller Mittelpunkt der Samtgemeinde ist, sind die meisten Katholiken ansässig. Die Pfarrgemeinde wurde zum 31.Oktober 2006
aufgelöst und gehört seit dem 01. November 2006 zur neugegründeten Pfarrgemeinde St. Marien Alfeld / Leine